In vielen Evaluationsstudien konnte gezeigt werden, dass die NET etwa die Erfolgsquoten von anderen traumafokussierten Therapieverfahren erreicht, und sie wird in maßgeblichen Leitlinien zu den Therapien erster Wahl gezählt.
Neben den typischen Grundvoraussetzungen für Psychotherapie wie Offenheit gegenüber Wertvorstellungen und Kulturen und Einfühlungsvermögen ist es für die NET wichtig, gleichzeitig mitfühlend gegenüber dem Menschen und unerschrocken gegenüber dem Trauma und den damit verbundenen Gefühlen zu sein.
Die traumatischen Erlebnisse werden in in unterschiedlichen Gedächtnissystemen abgelegt, jedoch nur marginal und bruchstückhaft. Es fehlt das Narrativ, die bedeutungsgebende Erzählung der Ereignisse im Zusammenhang des Lebens, was ist genau passiert, wann und wo war das, was bedeutet das für mich und die Welt? Diese Erzählung holen wir nach in der Therapie.
Trauma steht aber auch im Zusammenhang mit anderen Themen, wie Kindesmissbrauch und häuslicher Gewalt. Die Opfer sind häufig diejenigen, die am wenigsten Gehör finden. Das liegt auch daran, dass kaum jemand die Geschichten von Gewalt und Schmerz hören möchte. In der Gesellschaft besteht wohlmöglich eine ablehnende Interesselosigkeit und Unglauben.
Muss das Reden über Gewalterfahrungen als Gefährliche eingestuft werden? Nein, die NET vertritt eine andere Haltung. Nicht das Reden ist gefährlich, sondern die Gewalt selbst und die Sprachlosigkeit. Im Richtigen Kontext ist die Erzählung die Grundlage für die Heilung und der erste Schritt dabei, den Opfern auch eine Stimme zu geben, einfühlbar und direkt.